Forderung: openDesk soll Universitäten frei zugänglich gemacht werden | Borns IT und Windows BlogBorns IT
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Forderung: openDesk soll Universitäten frei zugänglich gemacht werden | Borns IT und Windows BlogBorns IT

Es ist grotesk: Der deutsche Staat will digital unabhängig werden und ZenDiS hat die Büro- und Kollaborationssuite openDesk entwickelt und verfügbar gemacht. Während Schulen und Bildungseinrichtungen Microsoft 365 kostenlos erhalten können, will der Hochschulbetreiber 45 Euro pro Jahr an openDesk-Lizenzkosten pro Sitzplatz. In einem offenen Brief an Bundesminister Dr. Karsten Wildberger (BMDS) warnen Vertreter der Wissenschaft und der Hochschul-IT vor einer strategischen Sackgasse und sagen, die digitale Souveränität der deutschen Hochschulen stehe auf dem Spiel.

Werfen Sie einen kurzen Blick auf openDesk und ZenDIS

openDesk ist eine auf Open-Source-Komponenten basierende Büro- und Kollaborationslösung für die tägliche Arbeit in der öffentlichen Verwaltung. Die Suite umfasst moderne Büroanwendungen einschließlich Textverarbeitung, Zusammenarbeit und Dateifreigabe, Videokonferenzen, Chat und Projektmanagement.

openDesk-Anwendungen

openDesk basiert auf Komponenten von Collabora (Office), Element, Nextcloud, Nordeck, Open-Xchange, Univention, Open Project und XWiki und ist intelligent mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche (UI) verbunden. Dies verspricht Nutzern eine konsistente und angenehme User Experience (UX).

openDesk läuft im Browser und läuft somit auf jedem Gerät unabhängig vom Betriebssystem. Keine lokale Installation erforderlich. Durch die Integration kollaborativer Elemente sollen auch neue Möglichkeiten der Online-Zusammenarbeit entstehen.

Ziel der Office & Collaboration Suite ist es, neue Formen der Zusammenarbeit in der öffentlichen Verwaltung zu ermöglichen und die digitale Souveränität in diesem Bereich zu stärken. Ein jahrelanges Ziel, die Abhängigkeit von Microsoft 365 zu beenden.

Das 2022 vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) gegründete Zentrum für digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) unterstützt als Kompetenz- und Dienstleistungszentrum auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene die öffentliche Verwaltung bei der langfristigen Sicherung ihrer Handlungsfähigkeit im digitalen Raum. Die Hauptaufgabe besteht darin, kritische Abhängigkeiten zu einzelnen Technologieanbietern aufzulösen.

Für den administrativen Einsatz steht die Enterprise Edition mit zwei Betriebsmodellen zur Verfügung:

  • Als Paket zur Ausführung in Ihrem Rechenzentrum (selbst gehostet)
  • und als Software-as-a-Service (SaaS).

Der Self-Hosting-Support erfolgt durch den ZenDiS-Partner B1 Systems und das SaaS-Angebot stammt aus den souveränen Rechenzentren des deutschen Cloud-Anbieters StackIT. Diese Situation im Jahr 2024 habe ich bereits im Artikel „ZenDiS wird openDesk Mitte Oktober 2024 verfügbar machen“ beschrieben.

Das Finanzierungsparadoxon

Offensichtlich kosten solche Lösungen, die in einem StackIT-Rechenzentrum gehostet werden, Geld. Es ist auch kein Geheimnis, dass Universitäten unterfinanziert sind. Nun ist die Idee, sich von US-Produkten unabhängig zu machen, ein strategischer Schritt im Bildungsbereich und an den Universitäten. Das erklären vier führende Vertreter der Wissenschaft und der Hochschulinformatik – darunter Torsten Prill, Präsident des ZKI e.V. – in einem offenen Brief an Bundesminister Dr. Karsten Wildberger (BMDS).

Die digitale Bildung einer ganzen Generation werde zu einem von US-Technologien dominierten Ökosystem geformt, das zur strategischen Sackgasse für die digitale Souveränität Deutschlands werde, heißt es in dem offenen Brief. Während Microsoft 365 für Studierende kostenlos angeboten wird, kostet die deutsche openDesk-Alternative des Datensouveräns 45 Euro netto pro Nutzer und Jahr.

Die Subventionen von Microsoft verzerren den Wettbewerb. Für eine mittelgroße Universität mit 30.000 Studierenden bedeutet die Nutzung von OpenDesk Mehrkosten von über 1,6 Millionen Euro jährlich. Dies stellt ein Hindernis dar, das den Übergang in die angestrebte Unabhängigkeit wirtschaftlich unmöglich macht.

Ein Warnzeichen ist laut Experten die Explosion der Ausgaben des Bundes für Microsoft, die sich von 2023 bis 2025 fast verdoppelt haben und nun fast eine halbe Milliarde Euro betragen (2023: 274 Millionen, 2024: 347,7 Millionen; 2025: 481,4 Millionen). „Neben der Bezahlung von Software laufen wir auch Gefahr, die digitale Kapazität unserer zentralen Bildungs- und Forschungsinfrastruktur an nichtstaatliche Ökosysteme zu verlieren“, heißt es in dem Brief an den Minister. Dem Schreiben liegt die folgende Tabelle bei, die einen Vergleich der Lösungen zeigt.

Funktioniert mit Microsoft 265 und openDesk

Experten halten es für einen strategischen Widerspruch, dass eine Bundeslösung (ZenDiS entstand im Auftrag des Bundesinnenministeriums) mit einem subventionierten Produkt eines ausländischen Marktführers konkurriert und als „Kostenfaktor“ angesehen wird.

Die Hauptforderung des Ministers besteht darin, auf eine Lösung hinzuarbeiten, die openDesk allen Studierenden ab sofort zu den gleichen Konditionen wie Microsoft 365, also kostenlos, zur Verfügung stellt. Die Ministerin wird gebeten, im Rahmen ihrer Ressortverantwortung für die IT-Beschaffung des Bundes und die digitale Souveränität die Grundlagen zu schaffen, um bis Mitte 2026 eine nahezu digitale Unabhängigkeit im Bildungsbereich zu etablieren.

Nicht nur aus Sicht der offenen Brier-Unterzeichner besteht dringender Handlungsbedarf. Vor dem Hintergrund der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA (NSS 2025), die unter anderem darauf abzielt, die Monopolstellungen US-amerikanischer Technologien auszubauen und strategische Abhängigkeiten zu vertiefen, bestehe auch dringender Handlungsbedarf, argumentierten Dr. Dr. Martin Weigele, Sprecher des GI-Arbeitskreises „Datenschutz und Sicherheit IT“, Torsten Prill, Präsident der Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung (ZKI) für Lehre und Forschung.

Die obige Situation zeigt, was in Deutschland passiert. In Österreich hat die Datenschutzorganisation noyb gerade einen Gerichtssieg gegen Microsoft bezüglich der Nachverfolgung von Schulkindern durch Microsoft 365 Education errungen (siehe noyb-Sieg: Microsoft muss die Nachverfolgung von Schulkindern stoppen).

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